?
 
Titelbild
 
 
  Suche   

 
   
 
Startseite / Artikel Aktuell Detailansicht
 

Bischof Kaczmarek zum Pogrom in Kielce

 

Nach dem Pogrom in Kielce wurde vom Bischoff Kaczmarek ein 18-seitiges Memorial erstellt, das er dem amerikanischen Botschafter in Polen, Arthur Bliss Lane, überreicht hatte. Dieses Memorial wurde von einer Kommission unter Dr. Mieczyslaw Zywczynski verfaßt, die aus mehreren Pfarrern bestand.

Die erste Frage, die bei der Besprechung der Ereignisse in Kielce aufkam, war: Warum ist es zu dieser Aufruhr gekommen? Darauf kann es nur eine Antwort geben: Weil die polnische Volksmasse die Juden haßt. Sie werden in Polen nicht gemocht. Dies unterliegt keinem Zweifel.
  Nach dem ungeheuren Morden an Juden 1943, die von den deutschen Besatzern im damaligen Polen, also auch in Kielce begangen wurden, gab es keine feindliche Einstellung gegenüber den Juden und auch keinen Antisemitismus. Alle hatten mit den Juden Mitleid, viele von ihnen wurden von Polen gerettet. So war es bis 1944 und Anfang 1945. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee und der Ausweitung der Macht durch die Lubliner Regierung auf ganz Polen, hat sich jedoch die Lage grundsätzlich geändert. Es entsteht eine Abneigung gegenüber Juden.
  Die Ursachen dieser generellen Abneigung sind allgemein bekannt, jedenfalls hat sie keine rassistischen Hintergründe. Die Juden in Polen waren die hauptsächlichen Förderer des kommunistischen Systems, welches das polnische Volk ablehnte. Übrigens jeder Jude hatte einen guten Arbeitsplatz, uneingeschränkte Möglichkeiten und Begünstigungen in Handel und Industrie. In den Ministerien wimmelte es von Juden, ebenso in den Auslandvertretungen, Fabriken, Ämtern und beim Militär. Sie leiten sie die Sicherheitsbehörden und organisierten Verhaftungen. Viele von ihnen stammten nicht aus Polen. Die überwiegende Mehrheit der Juden in Polen, wie bereits erwähnt, propagierte eifrig den Kommunismus, arbeitete in den berüchtigten Sicherheitsbehörden, führten Verhaftungen durch, mißhandelten Inhaftierte und töteten sie. Das löste in der Gesellschaft die Abneigung gegen sie, die keinen Kommunismus haben wollte und der Gestapo-Methoden überdrüssig war. Anhand der o.g. Ursachen kann man eigentlich sagen, dass die Juden selbst einen Löwenanteil an dem Hass tragen, der ihnen entgegengebracht wurde.
  In Wirklichkeit sind Kinder verschwunden. Man kennt ganz sicher einige Fälle. Die breite Allgemeinheit war überzeugt, dass als Täter nur die Juden infrage kamen, die nämlich an den Kindern Ritualmorde verübten. Über das unzweifelhafte Verschwinden von Kindern waren sogar viele Intellektuelle empört. Einige von ihnen informierten den Autor, dass die Juden an den Kindern Bluttransfusionen vornahmen und die Opfer anschließend töteten. Solche Tatsachen wurden der Miliz gemeldet, die sich jedoch gleichgültig verhielt und keine Untersuchungen einleitete, aber auch diese Verdächtigungen nicht dementierte. Diese Tatenlosigkeit der Polizeibehörden bestärkte breite Schichten der Bevölkerung in der Überzeugung, dass den Juden in Polen alles erlaubt sei und dass sie straffrei sind.

Über einen Jungen, der behauptete, er wäre bei Juden in einem Keller eingesperrt und dass seine Aussage zum Pogrom in Kielce führte.
Bischof Kaczmarek gab in seinem Memorial eine Stellungnahme zu diesem Thema ab.
Der Junge mußte von jemandem überredet worden sein, diese Geschichte über das Vorgehen der Juden zu verbreiten. Jemand mußte ihm bei diesem Verschwinden geholfen haben. Übrigens, sollten ihn die Juden auch nicht gequält haben, so hat man ihm (wahrscheinlich) befohlen, dies zu erzählen. Wenn nämlich seine Geschichte rein erfunden worden wäre, so hätte man ihn beim Prozeß erscheinen lassen müssen. Aus Angst, dass die Wahrheit auffliegen könnte, ist dies nicht geschehen. Wer also hat den Jungen dazu gezwungen, diese Geschichte zu erzählen? Dies könnten Mitarbeiter der WiN, NSZ (Volksarmee) oder auch die Juden selbst sein, was im letzten Fall - a priori gesehen - paradox klingt.
  Die erste Möglichkeit haben wir im vorhergehenden Kapitel besprochen, indem wir zeigten, dass sie unannehmbar ist. Es bleibt also die zweite Möglichkeit, die aber auch unwahrscheinlich und absurd ist, denn es würde bedeuten, dass ein Jude der Haupttäter des Judenmordes in Kielce war. Doch ist diese Möglichkeit wirklich so absurd? Im Haus in der Plantystraße kam eine kleine Abordnung der Miliz in Begleitung einer Menschenmenge und verlangte den Zugang zu der Wohnung im 1. Stock, um sie zu durchsuchen. Die Juden lehnten dies mit der Erklärung ab, dass sie die Tür nur auf einen Befehl des UB (Sicherheitsdienst) öffnen würden. Die Verweigerung hat sowohl die Menschenmenge als auch die Milizianten in Rage gebracht, denn die UB ist eine Organisation, die analog zu der deutschen Gestapo handelte und wurde von Juden geleitet. Es sah danach aus, dass Juden anderen Juden erklären wollten, dass sie zu den polnischen Milizianten kein Vertrauen haben.
  Eine Analyse der Vorfälle in Kielce am 4 Juli 1946 und die Aussagen der Zeugen führen zu folgenden Erkenntnissen: Infolge der kommunistischen Tätigkeit der Juden hat sich in breiten Schichten der Bevölkerung in Polen ein Hassgefühl aufgebaut. Das wahrhafte Verschwinden von Kindern in Kielce hat man den Juden zugeschrieben, was den Judenhaß zwar nicht auslöste, aber in hohem Grade verstärkte. Das nutzten gewisse kommunistische Judenkreise in Absprache mit denen von ihnen selbst beherrschten UB aus, um ein Pogrom auszulösen. Dadurch wurde ein Vorwand für die Notwendigkeit der Judenemigration nach Israel geliefert, denn das polnische Volk sei vom Antisemitismus und Faschismus beeinflußt. worden. Schließlich wird noch ein Beweis für die Rückständigkeit der Kirche vorgebracht, denn die Täter waren ihre Mitglieder. Zu den Morden in der Plantystraße 7 gehörten Milizianten, Soldaten, Arbeiter und zufällig versammeltes Gesindel. Aber nur unter den Letztgenannten wurden später Verhaftungen durchgeführt. Es konnten ja keine Milizianten und Arbeiter auf die Anklagebank gebracht werden, die übrigens Parteigenossen der PPR (Polnische Arbeiterpartei) waren. Dies hätte ja die beabsichtigte Anklage "Es mordeten nur Katholiken." unmöglich gemacht.
So stellen sich im Lichte der objektiven Untersuchungen die Vorkommnisse vom 4. Juli 1946 in Kielce dar.       (Übersetzung Herbert Kopton)




Kommentare zu diesem Artikel - Komentarze do artykułu



Keine Einträge
Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Kommentar schreiben - napisać komentarz



Vorname
Nachname
E-Mail
Nachricht *
Antwort
Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA Bild zum Spamschutz
 

 
redakcja@silesia-schlesien.com | redaktion@silesia-schlesien.com | Impressum
© copyright 2004-2005 by silesia-schlesien.com

Besuchen Sie auch:
[Weinfässer als Regentonnen, Springbrunnen und Gartendekorationen]