CSU-Chef Horst Seehofer über Erika Steinbach
Seehofer will Steinbachs Rückzug nicht hinnehmen
CSU-Chef Horst Seehofer hat sich dafür ausgesprochen, dass die Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach trotz ihres Verzichts einen Sitz im Stiftungsrat der Vertriebenen-Stiftung erhält. "Der Stiftungssitz bleibt für uns als CSU auf der politischen Tagesordnung" sagte Seehofer dem "Münchner Kurier"
In diesem Zusammenhang griff Seehofer die Regierung in Polen scharf an: "Die unverhohlene und geradezu aggressive Einmischung eines Nachbarlandes in deutsche Entscheidung ist nicht akzeptabel und wiederspricht dem viel beschworenen europäischen Geist". Seehofer nannte es "beschämend", dass die CDU-Politikerin Steinbach "zum Spielball innerpolitischer Interessen in Deutschland und Polen" geworden sei.
Der bayerische Ministerpräsident bestätigte dem Blatt zudem, dass er Steinbach "wegen ihrer großen Verdienste um die Heimatvertriebenen" den Bayerischen verleihen will, den höchsten Orden des Freistaates. "Ich bin stolz darauf, , eine so aufrechte, tapfere und humanistisch gesinnte Frau zu würdigen", sagte der Ministerpräsident dem "Münchener Merkur".
Die Stiftung für die "Gedenkstätte Flucht, Vertreibung, Versöhnung" sei ihr großes Lebenswerk und ein bedeutender Beitrag zu Menschlichkeit und Versöhnung in Europa. Er plane mit Steinbach auch eine gemeinsame Großveranstaltung unter dem Motto "Versöhnung in unserer Zeit", sagte Seehofer.
Der Bund der Vertriebenen (BdV) hatte am Mittwoch die Nominierung seiner Präsidentin für den Rat der geplanten "Stiftung Fluch, Vertreibung, Versöhnung" am Mittwoch nach anhaltender Kritik an Steinbach zurückgezogen. Dem BdV stehen insgesamt drei von 13 vorgesehenen Vertreter in dem Gremium zu.Die Nominierung müssen vom Bundeskabinett bestätigt werden, was im April geschehen soll.