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Denkmal für verschwundene Friedhöfe in Breslau

 

Ende Oktober 2008 wurde in Breslau im heutigen Grabiszynski-Park, auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Kommunalfriedhofs, ein bemerkenswertes Denkmal eingeweiht: Eine 70 Meter lange Mauer, in der etwa 70 Grabsteine aus verschwundenen Friedhöfen eingelassen sind. Es sind die Grabsteine von Katholiken, Protestanten, Orthodoxen, und auch Juden. Sie spiegeln auch die verschiedenen religiösen Traditionen wider, die es bis 1945 in der Stadt gegeben hat.

Breslau versteht sich heute als Stadt der Begegnung, die aus der Vergangenheit heraus die Zukunft, auch die deutsch-polnische, gestalten möchte. Der Stadtpräsident von Breslau, Rafal Dutkiewicz, drückt dies so aus: „Dieses Denkmal soll ein Ort für Deutsche und Polen sein, ein Ort, der ehemalige und heutige Breslauer verbindet.“

Der Breslauer Stadtpräsident sprach auch die Tatsache an, das die kommunistischen Machthaber versuchten, komplett die Spuren der deutschen Vergangenheit in der Stadt zi tilgen. Die Beseitigung der Friedhöfe aus deutscher Zeit gehörte dazu, ein Faktum, das die Gefühle betroffeber Angehöriger zutiefst verletzte. Somit will das neue Denkmal bewusst ein Zeichen der Versöhnung, ein „Monumentum Memoriae Communis“ - ein Denkmal gemeinsamen Gedenkens – sein.

Die Idee zu diesem Denkmal entstand bereits im Jahre 2000, als eine größere Anzahl Grabsteine des ehemaligen Kommunalfriedhofs auf einem Feld östlich der Stadt gefunden wurde. Ein Wettbewerb 2005 wählte unter 25 eingerichteten Entwürfen das Denkmal in der jetzt verwirklichten Form aus.

Die Einrichtung dieses Denkmals ist auch Ausdruck eines neuen Stadtverstädnisses, das sich seit der Wende Ende der 1980er Jahre bei den Bewohnern Breslaus beobachten lässt: Sie entdecken die tausendjährige Geschichte der Stadt als eine gemeinsame Geschichte, die nicht nur die piastisch-polnischen Anfänge, sondern auch böhmische, habsburgische, preußische und jüdische Traditionen umfasst. Sie entwickelten damit ein ganz anderes Denken als die Ursprungsgeneration, die sich zwischen 1945 und 1947 in eine völlig fremde Umgebung und einen fremden Kulturkreis versetzt sah.

Ein Zeichen lebendiger Ökumene war es, dass sowohl die Bischöfe der christlichen Bekenntnisse wie auch der Rabbiner Breslaus der Einweihung beiwohnten: Anwesend waren Erzbischof Marian Golebiewski, der orthodoxe Bischof Jeremiasz, der lutherische Bischof Ryszard Bogusz und Rabbiner Itzchak Rapoport. Die vertriebenen deutschen Katholiken Breslaus begrüßen ein solches Symbol der Versöhnung, für viele wird es sicherlich auch ein Ziel ihres nächsten Breslau-Besuchs sein. (aus „Schlesien in Kirche und Welt“ Ch.K.)

 

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