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Dr. Eckart Thurisch - Die Sieger in Deutschland

 

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos. Die Deutschen waren von diesem Zeitpunkt an den Siegern ausgeliefert und nicht mehr in der Lage, ihre Zukunft, ihr Schicksal selbst zu gestalten. Die maßgeblichen politischen Entscheidungen fällten von nun an die Siegermächte. Sie folgten dabei - selbstverständlich - ihren eigenen Interessen. Die aber waren, wie sich bald zeigen sollte, in weiten Bereichen zutiefst unterschiedlich.
   Generaloberst Jodl, Chef des Wehrmachtsführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht, unterzeichnete am 7. Mai 1945 das Kapitulationsdokument im Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte in Reims, “handelnd im Namen des deutschen Oberkommandos”. Er war bevollmächtigt durch Großadmiral Dönitz, den Hitler vor  seinem Selbstmord am 30. April 1945 zu seinem Nachfolger als Reichspräsident eingesetzt hatte. Die Kapitulation “aller Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft, welche sich zu diesem Augenblick unter deutscher Kontrolle befinden”, erfolgte “gegenüber dem Obersten Befehlshaber der Alliierten Expeditionsstreitkräfte (Eisenhover) und gleichzeitig gegenüber dem Oberkommando der Sowjettruppen”. Sie trat am 9. Mai, 0.01 Uhr deutscher Sommerzeit in Kraft.

   Ursprünglich war vorgesehen, daß auch die deutsche Reichsregierung bzw. Eine andere “höchste deutsche Zivilautorität” die “bedingungslose Übergabe  Deutschlands” erklären sollten. Doch der dafür von den Alliierten seit langem vorbereitete Kapitulationstext wurde in Reims nicht verwendet. Die Alliierten behielten sich lediglich vor, “Deutschland und den deutschen Streitkräften in ihrer Gesamtheit” weitere Kapitulationsbestimmungen aufzuerlegen. So blieb die  Kapitulation vom 7. Mai 1945 in ihrem Kern ein militärischer Vorgang.  Den politischen Untergang ihres Staates beurkundeten die Deutschen nicht.

   Dabei blieb es auch, als auf sowjetischen Wunsch am Abend des 8. Mai 1945 die Kapitulationsszene in ihrem Hauptquartier in Berlin-Karlshorst wiederholt wurde. Für die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile Herr, Marine und Luftwaffe unterschrieben diesmal Generalfeldmarschall Keitel, Generaladmiral v. Friedenburg und Generaloberst Stumpff. Entschieden wurde damit nichts mehr. Als kurz nach Mitternacht, am 9. Mai 0.16, in Karlshorst die letzten Unterschriften unter die Urkunde gesetzt wurden, herrschte bereits Waffenruhe.



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