Dr. Ewald Stefan Pollok - Unsinn über Auschwitz
Unter diesem Titel erschien in der „Nowa Trybuna Opolska” (18.04.2006) ein Interview des Redakteurs Krzysztof Ogiolda mit H. Jaroslaw Mensfelt, dem Pressesprecher des Museums Auschwitz-Birkenau in Auschwitz
K.Ogiolda: Das Kultusministerium hat vorgeschlagen, daß die Weltkulturerbeliste der UNESCO bei der Bezeichnung „Konzentrationslager Auschwitz“ um die Erklärung, daß es sich um ein deutsches NS-Lager handelte, ergänzt wird. Wie beurteilen Sie die Proteste jüdischer Kreise gegen diese Initiative?
J. Mensfelt: Zum Glück gab es dazu nur eine solche Aussage – die des Vize-Vorsitzenden des Jüdischen Weltkongresses. Seine Suggestion, daß die Verantwortung für die Entstehung des Lagers und das, was in ihm geschah, auf die polnischen Arbeiter fällt welche diese Baracken gebaut haben. Ebenso wie die Behauptung, daß die Polen das Funktionieren des Lagers passiv ermöglicht haben.
K.Ogiolda: Einen Antrag auf Ablehnung dieses Vorschlags stellte der Bevölkerungsverband Schlesischer Nationalität an die Polnischen Behörden, denn in dem im Februar 1945 neu eröffneten Lager wurden Deutsche und Schlesier durch Polen gefangen gehalten.
J. Mensfelt: Diese Aussage kann in den selben Korb getan werden. Es ist eine unglückliche Behauptung, daß das Lager neu eröffnet wurde. Dadurch wird suggeriert, daß erneut die Krematorien und Gaskammern in Betrieb gingen und die Gefangenenselektion stattgefunden haben soll. Es stimmt, daß nach dem Krieg im Lager eine Gruppe Kriegsgefangener innerhalb der Auschwitzer Infrastruktur zurückgehalten worden ist. Es ist aber wenig darüber bekannt, was dort geschah und ob dort auch Deutsche, Schlesier oder Volksdeutsche einsaßen. Die Lagerführung lag beim sowjetischen NKWD, wobei bis heute nicht einmal der Name des Kommandanten bekannt ist.
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Diese Aussagen des Herrn Mensfelt habe ich mit großer Verwunderung gelesen, denn immerhin ist er doch fachkundig, und als solcher müsste er die Nachkriegsgeschichte des Auschwitzer Lagers gut erklären können.
Besonders wundert mich, daß der Pressesprecher des Lagers die Unwahrheit spricht. Man hat den Eindruck, daß viele Personen Behauptungen über Ungeschehenes aufstellen und Tatsachen widersprechen
So bewegte sich z.B. Herr Prof. Witold Kulesza, der seine Stellung als Chefankläger im IPN räumen musste, wie die Gazeta Wyborcza schreibt, seine Aussagen gingen oft an der geschichtlichen Wahrheit vorbei. Ebenso wie er in Sachen der Nachkriegslager oft die Unwahrheit behauptete. Jetzt tut es ihm der Auschwitzer Pressesprecher gleich.
Zum Thema der polnischen Nachkriegslager, darunter auch Auschwitz, haben wir bereits etliche Male in unserer Zeitung geschrieben. Trotzdem versuche ich diese Problematik noch einmal aufzugreifen und zu klären, damit auch der Pressesprecher erfährt wie es im Auschwitzer Lager nach dem Kriege zugegangen ist.
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Nach der Niederlage der Hitlerdiktatur existierte Auschwitz weiterhin als Lager für Kriegsgefangene und Zivilpersonen.
Der Teil des Auschwitzer Lagers für Zivilpersonen bestand seit Februar 1945 bis April 1947 und der für Kriegsgefangene bis 1948. Hierbei sei erklärt, daß die Kriegsgefangenen unter russischer Aufsicht standen, während das Lager für Zivilpersonen vom Polnischen Sicherheitsdienst in Bielitz (Bielsko-Biała, PUBP Państwowy Urząd Bezpieczeństwa Publicznego) eingerichtet worden war. Dieser lag in den Strukturen des Ministeriums für Staatssicherheit (MBP) und war dem Zentralen Arbeitslager (COP) in Jaworzno unterstellt, wobei die Oberaufsicht der Abteilung Gefängnisse und Arbeitslager in Krakau oblag (Wydział Więziennictwa i Obozów WUBP w Krakowie).
Es war ein Lager der II. Klasse, welches sich die Einrichtungen des ehemals deutschen Konzentrationslagers Auschwitz zunutze gemacht hatte. 1945 unterlag das Auschwitzer Lager dem Sonderstrafgericht in Krakau.
Im Lager wurden gefangen gehalten: Schlesier, Deutsche, Österreicher, Ukrainer, Volksdeutsche. Die Aufnahmekapazität wurde auf 1500 Personen festgelegt.
- Nach einer Statistik des Ministeriums für Staatssicherheit (MBP) vom Juni 1945, befanden sich dort in der Gruppe für Greise und Kinder unter 13 Jahren 97 Personen, darunter 2 Deutsche, 1 Ukrainer und 94 Volksdeutsche.