Historiker über Deutschland
Professor Dr. Yehuda Bauer (Hebräische Universität Jerusalem; Yad Vaschem) kann als Nestor der israelischen Holocaust-Forschung gelten. Gleichwohl leben antideutsche Geschichten, die von ihm öffentlich als Gräuelmärchen energisch verworfen worden sind, in Medien als “Wahrheit” munter fort - etwa die, dass die Deutschen KZ-Häftlinge zu Seife eingekocht hätten. Bauers Buch Freikauf von Juden? (!966) enthält Kapitel, die das deutsche Volk entlasten. Das trifft vor allem auf die Widerlegung der Behauptung zu, es sei frühzeitig klar gewesen, dass Hitler Judenvernichtug im Schilde führte. Offenkundige Leitlinie der NS-Politik bis in die Kriegszeit hinein sei es vielmehr gewesen, schreibt Bauer, die Juden zu Vertreiben, und nicht, sie massenhaft umzubringen. Er betont: “Niemand konnte den Holocaust voraussehen. Noch einmal: Keiner sah den Holocaust voraus.” Der israelische Professor berichtet in seinem Buch schwerpunktmäßig über - so auch der Untertitel - “Verhandlungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und jüdischen Repräsentanten von 1933 bis 1945”. Der Bogen spannt sich von Haavara-Abkommen (schau Artikel Haavara-Abkommen) zwischen Hitler und den Zionisten 1933 (Förderung der jüdischen Ansiedlung in Palästina) bis zum letzten Treffen zwischen dem Reiseführer SS Heinrich Himmler und Norbert Masur, einem Vertreter des Jüdischen Weltkongresses, kurz vor Kriegsende, im April 1945. Die NS-Führung, erfährt man bei Bauer, bildete sich lange ein, die in ihrer Gewalt befindlichen Juden seien ein “Faustpfand”, um zu einen Sonderfrieden mit den Westmächten gelangen zu können. Doch London und Washington sagten kategorisch “NO!” Bauer “Die Festlegung auf die bedingungslose Kapitulation Deutschlands schloss direkte Verhandlungen zu allen anderen Punkten aus, auch Verhandlungen zu Rettung von Menschenleben.”
“Ein epochales Werk des russischen Geschichtsrevisionismus, das Solschenizyn-Schüler 1995 in einem angesehenen wissenschaftlichen Moskauer Verlag herausgebracht haben.” Mit diesen Worten hat Russland-Experte Wolfgang Strauss den von Gennadij A. Bordjugow und Wladimir Neweschin veröffentlichten Sammelband Gotowi li Stalin nastupatielnuju wojnu protiw Gitlera? (Plante Stalin einen Angriffskrieg gegen Hitler) beschrieben. Das Buch enthält zwölf Beiträge namhafter russischer Zeitgeschichtler und Publizisten. Antideutschen Klischees wird widersprochen, und vor allem findet man schwerwiegende Indizien für die Annahme, dass die Wehrmacht im Juli 1941 mit dem Angriff auf die Sowjetunion nur knapp einer Offensive Stalins gegen Deutschland zuvorkommen sei. Diese Präventivkriegsthese wird im Sammelband insbesondere vom Philosophen und Historiker Dr. Boris Sokolow, Professor an der Moskauer Akademie für Slawische Kultur und Mitarbeiter des Instituts für Weltliteratur, untermauert. Er bestätigt im Wesentlichen die Präventivkriegserkenntnisse des russischen Geheimdienstoffiziers a. D. und Zeitgeschichtsforschers Viktor Suworow.
Alexander E. Epifanow, Professor an der Juristischen Akademie der Russischen Föderation in Moskau, hat mit seinem Landsmann, dem Historiker Professor Dr. Viktor Lomow (Lehrstuhl für Theorie und Geschichte des Staates und des Rechts in Wolgograd), die Zeit der Besetzung des Wolga-Gebiets durch die 6. Armee der Wehrmacht im Sommer/Herbst 1942 untersucht. Die deutsche Truppe, so fanden die beiden Russen heraus, wurde von den meisten Einheimischen als Befreierin vom stalinistischen Joch begrüßt. Die Wehrmacht gewähre den Menschen an der Wolga, insbesondere den Kosaken, ein relativ großes Maß an Selbstverwaltung, gab ihnen ihre Kirchen und Klöster zur freien Ausübung des christlichen Glaubens wieder und teilweise auch an Bauern das von den Kommunisten enteignete Land zurück.
Epifamow/Lomow verschweigen nicht den Terror von “Einsatzgruppen”, halten aber über die Zustände speziell im untersuchten Wolgagebiet fest: “Die von der sowjetischen Propaganda verbreiteten Darstellungen des Besatzungsregimes der deutschen Wehrmacht , die tatsächlich nichts mit Gräueltaten und Verbrechen zu tun hatte, waren verlogen” 1996 erschien Epifanows Werk Die Tragödie der deutschen Kriegsgefangenen in Stalingrad, in welchem er dem deutschen Wehrmachtsoldatentum mit Achtung begegnet und den Leidensweg der Stalingrader Kriegsgefangenen beschreibt, von denen über 90% im Gulag umkamen. Zusammen mit dem deutschen Zeitgeschichtspublizisten Erwin Peter hat Prof. Epifanow 1997 die Dokumentation Stalins Kriegsgefangene herausgebracht. In diesem Werk werden u.a. die stalinistischen Methoden zur Erlangung von “Verbrechensbeweisen” gegen deutsche Soldaten geschildert: Folterungen der brutalsten Art und Schauprozesse. Die dabei erzielten “Ermittlungsergebnisse” dienen heute noch in etablierten Medien der Bundesrepublik zur Belastung der Wehrmacht; manche stalisnistische Fälschungen fanden als “Dokumente” auch Eingang in die so genannte Wehrmachtausstellung (Reemtsma)