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Jan Kos - Rezension des Buches von E.S. Pollok

 

Legenden, Manipulationen, Lügen” von E.S. Pollok jetzt auf Deutsch, Gegen Hunderte von Lügen

In der deutschen Ausgabe seines Buches erweitert Ewald Stefan Pollok noch den Katalog von Manipulationen und Lügen zahlreicher polnischer Historiker und einer ganzen Herde von Journalisten, die das preußisch-deutsche Kultur- und Wirtschaftsgut der Region Oppeln in Abrede stellen und haufenweise Lügen für die Nachwelt kritzeln.

 

Die Veröffentlichung ist nicht wissenschaftlich konzipiert. Vielmehr hat der Verfasser hunderte Publikationen von Autoren der Nachkriegsperiode zusammengetragen, die entweder der kommunistischen Propaganda von einer notwendigen Ausrottung der deutschen Wesensart im Oppelner Schlesien auf den Leim gegangen waren oder aber in ihrem pseudowissenschaftlichen bzw. journalistischen Karrierestreben ihre Bücher und Zeitungsbeiträge strikt auf Bestellung schrieben. So ist beispielsweise felsenfest dokumentiert, dass das mittelalterliche Krakau von Deutschen gebaut wurde, und dennoch versucht Prof. Franciszek Antoni Marek, der von Ewald Stefan Pollok meistzitierte Geschichts-Superfälscher, diese Tatsache in Zweifel zu ziehen.

Das Tragische für Schlesien, auch des Oppelner Teils, liegt laut Pollok auch darin, dass wir nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur zu einem Hinterland wurden, sondern auch zu einem Landstrich, den es galt, nahezu physisch auszurotten. Parallel zum Stehlen und Ruinieren von Schlesiens materiellen Ressourcen galt es, deutsche Identität rücksichtslos zu vernichten. Viele, die hierzu beigetragen haben, taten so, als sähen und hörten sie nicht, was die neuen Machthaber Schlesiens mit der deutschen Kultur und den Menschen anstellten. Alles oder fast alles hier war nach ihrer Meinung vor dem Krieg polnisch gewesen. Und nur das hatte für sie eine Daseinsberechtigung.

Pollok belegt, wie Menschen, die zu wissenschaftlichen Titeln gekommen waren, in ihren Veröffentlichungen mit Daten über die schlesischen Aufstände herum hantierten (z.B. Kämpfe am St. Annaberg), speziell auch über das Plebiszit. Hierzu führt er vorwiegend eklatante Verdrehungen von Prof. Marek an. Während einer der Gesprächspartner, Erzbischof Prof. Alfons Nossol, öffentlich zu verkünden weiß, dass es im Oppelner Schlesien schon immer ein Bedürfnis nach dem Gebrauch der deutschen Sprache gegeben hat, lügt ein anderer Professor, dass die polnische Sprache in deutscher Zeit verboten gewesen sei. Als Gegenbeweis benennt Pollok hunderte von polnischen Zeitungen und Institutionen, die vor dem Zweiten Weltkrieg die Freiheit des Pluralismus genossen. Nach dem Krieg gab es sonst in ganz Polen den freien Deutschunterricht; im Oppelner Land hingegen stand auf das Deutschsprechen bis 1990 sogar Gefängnis. Die hiesigen Deutschen wurden national zwangsverifiziert und mussten ihre Vor- und Nachnamen ändern. Menschen mit einer unpassenden Geburtsurkunde durften keine Führungsposition innehaben. Das, so zeigt Pollok auf, übersehen die neuen Kulturträger in ihren lügen- und legendenreichen Büchern und Artikeln nur zu gern.

 

Ewald Stefan Pollok: Legenden, Manipulationen, Lügen, Verlag Narodowa Oficyna Śląska 2009,

Das Buch kann man unter der Tel-Nr. Pl- 077-4845146

D- 09745- 930184 erwerben

(Aus dem Schlesischen Wochenblatt)

Kommentare zu diesem Artikel - Komentarze do artykułu



Anzeige: 1 - 1 von 1.

AG(II)
Donnerstag, 26-02-09 17:46

Ich kenne die deutsche Fassung der “Legenden...“ nicht, habe die alte polnische Version „studiert“ – d. h. mehr oder weniger genau gelesen. Mit vielem war ich einverstanden, manchmal fand ich seinen Eifer beim Bekämpfen seines größten Widersachers Marek übertrieben. Gott sei Dank, dass ich kein Profi bin und mir eine eigene Meinung erlauben kann. Auch möchte ich nicht über ein Buch schreiben, welches ich nicht gelesen habe, nur über den Kommentar, welcher sowohl im Ton wie auch bei der Interpretation von Fakten oft weit vom Professionalismus eines Literaturkritikers entfernt ist. Im Unterbewusstsein (meinem oder Seinem) spüre ich den Geist des „Literaturpapstes“ Reich-Ranicki, welcher bei mir immer das Kotzen auslöste. Schon im ersten Satz gefällt mir „die Herde“ nicht – welche Tiere meint Herr Kos? Die „polnischen Schweine“? Leider möchte ich sein Geschreibsel auch mit dem subtilen Wort „kritzeln“ bedenken, seriöse Kritiken stelle ich mir anders vor. Der Kritiker gibt zu, dass die Veröffentlichung nicht wissenschaftlich konzipiert ist. Als blutiger Laie hätte ich das bestimmt nicht feststellen können – also vielen Dank!
Ob „Krakau in einem Tag erbaut wurde und wer den Lehm gemischt hat (felsenfest) weiß ich nicht – außerdem interessiert mich das auch nicht – ich bin kein Fan von Städten aus dem Mittelalter. Mir kommt da nur die Kurzfassung der „Glocke“ in den Sinn: „Festgemauert in der Erde stehen die Gesellen und warten auf Lehm“.
Prof. Franciszek Antoni Marek als schlimmsten Geschichts-Superfälscher abzustempeln finde ich übertrieben, bestimmt gibt es „bessere“ Fälscher hierzulande und auch wo anders. Nach der Meinung von einem Internauten ist Herr Pollok auch nicht ohne Sünde, also Vorsicht beim Steinchensammeln (und „broń Boże“, werfen).
Die errungenen wissenschaftlichen Titel der „Fälscher“ würde ich vorsichtshalber an der Stelle von Herrn Pollok nicht anrütteln wollen. Zufällig kenne ich die Karriere Mareks von Anfang an. Viele Leute fragen sich nämlich auch wie und wo Herr Pollok seinen Doktorhut erworben hat?. Wikipedia gibt keine Antwort auf diese Frage, was den Gedanken zulässt, dass „dem Fuchs die Trauben vielleicht etwas zu sauer sind“? Die bestimmt wahren Worte des Bischofs Nossol zu verdrehen mit dem „schon immer“ finde ich unfair. Wenn er von der Vorkriegszeit gesprochen haben sollte, dann ist das Unsinn, da wir sehr tief – bis ins Bodenlose - das Deutsche schöpfen konnten und auch getan haben. Es ging dem Bischof wahrscheinlich um die Nachkriegszeit als Primas Glemp erklärte, dass die polnischen Priester zwangsweise die polnischen Christen nicht germanisieren sollten. Trotzdem führte Nossol die Möglichkeit ein deutsche Messen zu lesen („in der Sprache des Herzens“ – was immer auch damit gemeint war).
Ich weiß nicht welcher Professor diese furchtbare Lüge über den Verbot der polnischen Sprache vom „demokratischen“ Hitlersystem verbreitet hatte, ich habe aber das komische Gefühl, dass ich die Existenz des Verbotes selbst festgestellt habe, vielleicht lügen nicht alle Professoren?. Da ich auch im früheren Leben Professor war, würde mir eine positive Antwort auf diese Frage sogar gut gefallen. Eines Tages kam unser Polizist, als meine Mutter mit der Nachbarin polnisch sprach. Er sagte: „Frau G...“, wenn ich sie das nächste Mal erwische, muss ich sie anzeigen“! Wieso müsste er sie anzeigen, wenn polnisch sprechen nicht verboten war? Irgendjemand lügt hier oder kennt die Wahrheit nicht, aber wer?
Die nächsten Sätze erinnern mich an den bekannten Titel eines Klassikers: „Dichtung und Wahrheit“. Mir gefällt der Ausdruck „zwangsverifiziert“ nicht, er passt wahrscheinlich auf viele, aber nicht alle. Die erzwungenen Namensänderungen der „armen Deutschen“ in Oberschlesien kann ich an einem interessanten Beispiel erklären – keine Wirkung ohne Ursache.
Anfang der 40-er Jahre kam ein Trend auf, polnisch klingende Namen in deutsche zu ändern. Mein Vater hat das einzige Mal im Leben nicht seine Autorität ausgespielt sondern eine demokratische Umfrage eingeleitet – wie Golly auf deutsch akzeptierbar klingen würde – leider war die Familie zu groß und die Meinungen konnten unter keinen Hut gebracht werden, also blieben wir bei Golly. Der Arbeitsgeber meines Vaters war zwar nicht erfreut darüber, aber es war nicht Pflicht, den Namen anzupassen, es wurde nur „gern gesehen“. Opportunisten, wie unsere Verwandten, „schimpften“ sich sofort „Goldberg“. Was dann später – nach 1945 mit dem Namen geschah, weiß Pollok sehr gut (Cyrankiewicz stahl uns ein „L“). Es regte mich auf, war aber nicht lebenswichtig. Nach vielen Jahren konnte ich den Namen wieder etwas mit dem zweiten „l“ verlängern.
Im Lyzeum hatte ich einen Freund – Fryderyk Eckfeld. Kurze Zeit vor dem Abitur wurde eine „ethnische Säuberung“ durchgeführt und die meisten Schlesier mussten sich eine andere Schule suchen. Mein Freund besuchte eine technische Schule, studierte in Budapest und später Breslau, wo er die wissenschaftliche Laufbahn wählte. Ich suchte einen Eckfeld in Breslau, er war aber nicht auffindbar!. Nach Jahren erfuhr ich, dass er jetzt „Piotr Ciołek“ heiße. Im allgemeinen Trend hatten seine Eltern zur Hitlerzeit den Namen Ciollek in Eckfeld umgeändert und zu diesem Namen ist die Familie zurück gewechselt, „leicht angepasst“ durch den Standesbeamten (ein „l“ weg und einen Strich durchs zweite). Viele Schlesier mit ähnlich „deutsch“ klingenden Namen änderten ihre Namen je nach der Konjunktur, manchmal auch gezwungen wie bei meinem Freund Eckfeld, welchem der Schuldirektor ein Ultimatum stellte (Namensänderung oder kein Abitur). Die Fälschung der Geburtsurkunden war schon eine Tätigkeit für welche ich nicht den Staat verurteilen würde, nur die zu eifrigen Standesbeamten.

Es gibt aber auch „Rosen“ auf dem „Misthaufen“ der Literaturkritik. Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel bei Silesia gelesen, wo ein Pole Distanz zu Stereotypen zeigte, dass ich meinen Hut abnehmen wollte – leider habe ich keinen. Den Namen habe ich vergessen, die Redaktion wird ihn wohl identifizieren können.

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