Kazimierz Kutz - Lager Swientochlowitz
Ein Beispiel des Gedenkens an Opfer der Filiale KL Auschwitz und des Nachkriegsarbeitslagers „Zgoda“ in Swientochlowitz – eine Tafel in dem noch existierenden Tor des Lagers. Kontrovers war der Inhalt der Aufschriften, was Nachkriegsgefangene betrifft: Die erste Version sollte als Grundlage die Bezeichnung „Henkerstätten von Tausenden Bewohnern Schlesiens“ tragen. Wegen der Einsicht, dass unter den Nachkriegssträflingen nicht alle „unschuldig“ waren, bestimmte der Rat IPN eine erweiterte Aufschrift „Arbeitslager des MBP für der Kollaboration mit Nazis verdächtigte Personen. Darunter befanden sich viele unschuldige Bewohner Schlesiens.“
Die Tafeln wurden am 17 Juni 2007 fertiggestellt, eine vom Rat OPWiM nicht akzeptierte Version, aber der Standpunkt des Rates hat heftige Diskussionen hervorgerufen. Letztlich wurden die Tafeln abgenommen auf Anweisung der Stadtbehörden unter dem fahrscheinigen Vorwand - zur Korrektur von Ausführungsfehlern. Der Streit war aber nicht beendet. Lasst es uns annehmen, dass keine Ausführungsfehler der wahre Grund waren nur der Wille, den kommunistischen Völkermord in Oberschlesien zu vertuschen. Heute wissen wir schon, dass in diesen, von den Sicherheitsbehörden der PRL organisierten Lagern 25 Tausend Menschen ermordet wurden.
Das Lager in Swientochlowitz war ein typischer Gulag (Lager), also ein polnisches Vernichtungslager in welchem zwischen Februar und November 1945 von 1800 bis 2500 Menschen ihr Leben verloren haben. Die einzige Schuld, welche sie auf sich geladen haben, war das Einschreiben in eine deutsche Volksliste während der Belagerung.
Die vom Rat vorgeschlagene Inschrift „Verdächtige der Zusammenarbeit mit Nazis”, ist der Beweis, dass der Standpunkt der polnischen Regierung gegenüber den im Jahre 1945 ermordeten Schlesiern analog zum Standpunkt der russischen Behörden gegenüber den in Katyń ermordeten Offizieren war. Es gab keinen Unterschied zwischen Hitlers und Stalins Verbrechen und kann es auch nicht geben.
Die Ermordeten von Katyń haben aber ihre Gedenkstätte und Friedhöfe, obwohl sie außerhalb des Staates liegen. Man kann sie besuchen, beten und Andachten halten. Von Orten, Henkerstätten der schlesischen Bevölkerung – nota bene – polnischer Bürger, kann man höchstens im Geheimen wispern.
Weshalb beschützt die jetzige polnische Regierung so stark die verbrecherischen Lager des Ministeriums der Öffentlichen Sicherheit?
(Ausschnitt aus dem Artikel „Altes Silber“ aus „Gazeta Wyborcza 27.03.09)