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Presse schreibt über Merkel und Papst

 

die Tageszeitung, Berlin: In der CDU werden Parallelen zu Merkels Vorgehen im Fall Hohmann ebenso gezogen wie zu der Affäre um die Trauernde des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger für seinen verstorbenen Vorgänger Hans Filbinger. In beiden Fällen hatte Merkel auf einer klaren Abgrenzung von jeder Form des Geschichtsrelativismus bestanden. Als Unterschied wird aber gesehen, dass der Papst anders als Hohmann oder Oettinger nicht der CDU angehört und insofern nicht der Diziplinargewalt der Kanzlerin untersteht.

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Frankfurter Allgemeine: Noch nie hat ein Bundeskanzler den Vatikan so scharf kritisiert wie Angela Merkel.

Auf nie dagewesene Weise hat sich ein Kanzler der Bundesrepublik Deutschland in die Belange der katholischen Kirche eingemischt wie jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Noch nie hat ein Regierungschef dieser Republik die Kirchenpolitik des Vatikans in solcher Schärfe kritisiert wie die ostdeutsch sozialisierte protestantische CDU-Politikerin.

Die früheren Bundeskanzler Adenauer und Kohl, beide treue Mitglieder ihrer katholischen Kirche, konnten in Zweifelsfällen eine gehörige Distanz zum Vatikan haben. Sie konnten sich sogar lustig-despektierlich über manchen Kirchenfürsten äußern. Sie taten das aber intern und nicht öffentlich als Bundeskanzler.

Angesichts innerdeutscher und innerkatholischer Debatten und Aufregungen über die Lefebvre-Anhänger, über den Holocaust-Leugner Williamson und über das Versagen der Vatikan-Bürokratie hat die den römischen Papst deutscher Herkunft in diese Reihe gestellt. Sie hat ihn behandelt wie einen CDU-Ministerpräsidenten.Sie hat so getan, als habe es der Papst an Klarstellungen mangeln lassen.

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KNA, Freiburg: Als ich den Auftritt der Bundeskanzlerin Merkel am 3. Februar abends in Fernsehen sah, dachte ich zunächst: Die Kanzlerin macht einen bösen Witz. Doch dann musste ich mit Erschrecken feststellen, dass sie ihre Zurechtweisung von Papst Benedikt ernst meint. Erschrecken muss man zunächst einmal über die Ignoranz von Frau Merkel.

Betroffen macht aber vor allem auch die Arroganz, mit der die Kanzlerin auftrat. Diese Arroganz war zwar in einen fast salbungsvollen Ton verpackt und in die Sorge um Juden und deutsche Katholiken verkleidet.

Doch die Kanzlerin war ein Wolf im Schafspelz. Anstatt zur sachdienlichen Beruhigung der vor allem in den Medien greifbaren Hetzmentalität beizutragen, hat sich ihr Amt missbraucht. Wenn sich jemand in einem solch hohen und verantwortungsvollen Amt ohne Sachkenntnis zu schwierigen und heiklen Themen äußert, muss man annehmen, dass ihn (bzw. sie) andere Motive treiben.

Welche könnten das bei Frau Merkel sein, die ja mit oder Christentum nicht viel am Hut und das C in ihrer Partei systematisch abschmelzen lässt?

Frau Merkel hat sich am 3. Februar 2009 als Anti-Papst-Kanzlerin erwiesen. Für deutsche Katholiken ist sie nicht mehr wahlbar.

Prof. Dr. Hubert Windisch Professor für Pastorale-Theologie, Freiburg

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National Zeitung: Merkel maßt sich mit dem Renegaten auszeichnenden Übereifer an, den Papst Moral zu lehren. Nicht nur ihr Parteifreund Norbert Blüm übte Kritik: "Der Tonfall gefällt mir nicht". Auch wenn Papst Benedikt XVI, am Sonntag (8.02.09) Merkels Wunsch nach einem Telefonat entsprochen hat, ist der Fall nicht abgeschlossen. In den Augen vieler hat die Kanzlerin endgültig die Maske fallenlassen.

Den Heiligen Vater aber in kirchlichen Fragen zu belehren, übersteigt ihre Kompetenz. Nachdem Christus noch am Kreuze seinen Feinden verziehen hat, ist nicht erkennbar, warum aus katholischer Sicht unzutreffende Meiningen zu historischen Vorgängen mit Exkommunikation bestraft werden müssen.

Bild: Es ist widerlich! Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani darf auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagen, es gebe „unterschiedliche Sichtweisen“ des Holocaust. Nein, und noch mal nein! Die gibt es nicht...

Mit so einem macht Diskussion keinen S9inn. Und deshalb darf es sie nicht geben! Nicht in der Kirche und nicht in der Welt. Der Papst, dem die Einheit seiner Kirche am Herzen liegt, kommt nicht darum herum, Bischof Richard Williamson erneut zu exkommunizieren.

Meinung der Leser:

Pfarrer: Ein tolles Stück Dreistigkeit hat sich Kanzlerin Merkel geleistet, indem sie den Papst wegen seiner Entscheidung, die Exkommunikation der Piusbruderschaft zurückzunehmen, öffentlich kritisiert hat. Was oder besser wer hat sie dazu wohl autorisiert bzw. angestiftet?

Anders Frau Merkel, die von hoher moralischer Warte aus sich berufen glaubt, dem Papst Ratschläge zu erteilen, ja geradezu Forderungen an ihn zu richten und einen förmlichen Ausschluss des Holocaustleugners Williamson aus der katholischen Kirche zu verlangen. Sie denkt dabei wohl zurück an den Parteiausschuss der CDU-Politikers Martin Hohmann, der es gewagt hatte, einige Geheimnisse der bolschewistischen Revolution zu lüften.

Man fragt sich warum diese „tapfere“ Papstjritikierin nicht schon längst in gleicher Schärfe den amerikanischen Angriffskrieg im Irak oder die unmenschliche Kriegsführung Israels im Gazastreifen öffentlich getadelt hat.

Hörnicke: Ein Skandal ist die Kampagne gegen den Papst. Mit durchsichtigen Methoden versucht man nun, von der Weltwirtschaftskrise abzulenken und vom entsetzlichen Unrecht im Gaza-Krieg. Benedikt XVI. Ist nur zu empfehlen, den Hetzern die Kalte Schulter zu zeigen.

Waibstadt: Ich gehöre der Evangelischen Kirche an. Doch ich verurteile die unverschämte Hetze gegen Benedikt XVI., die von deutschfeindlichen Kräften betrieben wird, weil der Papst sein Vaterland liebt. Auch die Hetze gegen den deutschfreundlichen Pius XII. War eine Schande.

Was Merkel bei ihren Angriffen gegen Bednedikt XVI. Angerichtet hat, werden CDU/CSU bei kommenden Wahlen merken.

Franz: Hat jemals im vergangenen Jahrhundert ein Bundeskanzler oder Reichskanzler der Heiligen Vater angegriffen, wie dies Merkel heute unternimmt? Untersteht denn der Papst in irgendeiner Weise der derzeitigen CDU-Vorsitzender?

 

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