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Buchvorstellung: Andreas Kossert: „Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen nach 1945.“ Siedler Verlag, München ISBN 978-3-88680-861-8, 431 Seiten, Preis Euro 24,95

  Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen mehr als 14 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten, der überwiegende Teil in die westlichen Besatzungszonen Rest-Deutschlands. Diejenigen, die Flucht und Vertreibung überlebt hatten, wurden von ihren deutschen Landsleuten aber nicht aufgenommen, sondern ausgegrenzt. Während die Vertriebenen schon alles verloren hatten, fühlten sich die Westdeutschen durch den Zustrom der »Fremden« bedroht, mit denen sie ihre glücklich durch den Krieg gebrachten Besitztümer teilen sollten. Vorurteile und der mit dem Lastenausgleich aufkommende Neid erschwerten das Zusammenleben zusätzlich.

Ohne die Vertriebenen, die mit Nichts begannen, hätte es jedoch ein »Wirtschaftswunder « nicht gegeben; sie waren ein wichtiger Motor der Modernisierung in der Bundesrepublik. So wurden sie zwar als Wähler heftig umworben, zugleich aber mit ihren tiefen Traumatisierungen alleingelassen.

Andreas Kossert hat die schwierige Ankunftsgeschichte der Vertriebenen umfassend erforscht und beleuchtet erstmals diesen blinden Fleck der deutschen Nachkriegsgeschichte. In seinem Buch beschreibt er eindrucksvoll die Erfahrungen derjenigen, die durch den Krieg entwurzelt wurden und immense Verluste erlitten haben; und er fragt danach, welche Folgen das nicht nur für die Vertriebenen und ihre Nachkommen, sondern auch für die ganze Gesellschaft bis heute hat.

ANDREAS KOSSERT, geboren 1970, studierte in Deutschland, Schottland und Polen Geschichte, Slawistik und Politik. Der promovierte Historiker arbeitet am Deutschen Historischen Institut in Warschau und ist ein ausgewiesener Kenner des östlichen Mitteleuropa. Auf seine historischen Darstellungen Masurens (2001) und Ostpreußens (2005) erhielt er begeisterte Reaktionen.

Viele der 360.000 nach Österreich vertriebenen deutschen Altösterreicher machten leider auch ähnliche Erfahrungen. Es ist an der Zeit, sie auch endlich als Opfer zu begreifen, die nicht nur unter Flucht und Vertreibung gelitten haben, sondern auch an der Hartherzigkeit ihrer eigenen Landsleute!

Und man ist geneigt, in der Behandlung durch die heutigen Medien die Unerwünschtheit und die Ausgrenzung der „Schmuddelkinder von 1945/46“ in der neuen Heimat zu erkennen.

Empfehlenswert für Einheimische und Vertriebene!

 

Zu der Verabschiedung eines Gesetzentwurfs durch das deutsche Bundeskabinett zur Errichtung der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ im Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in Berlin erklärte BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB:

 „Wir begrüßen den heutigen Beschluss der Bundesregierung. Mit der Verabschiedung des Gesetzentwurfs mit dem die „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in der Trägerschaft des Deutschen Historischen Museums errichtet werden soll, hat das Bundeskabinett den entscheidenden Schritt zur Realisierung des bereits in der Koalitionsvereinbarung vom 11. November 2005 aufgeführten Dokumentationszentrums getan. Nach dem parlamentarischen Verfahren und der Verabschiedung des Gesetzes durch den Deutschen Bundestag kann endlich mit der Realisierung begonnen werden.

Der Weg für eine würdevolle Ausstellungs-, Informations- und Dokumentationseinrichtung ist jetzt geebnet.“

Der Bund und Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) und Stellv. Vorsitzende des Verbandes volksdeutscher Landsmannschaften Österreichs (VLÖ), LAbg.a.D. Gerhard Zeihsel, freut sich mit dem Bund der Vertriebenen (BdV) über diesen wichtigen Fortschritt.

 BdV begrüßt Kabinettsbeschluss zur Errichtung der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“

 



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